… in Dänemark. Im Herbst zur „Sort Sol“ – der Schwarzen Sonne

Es raschelt, flattert es zwitschert – 500.000 bis 1 Million Stare rauschen in mehreren Schwärmen an, vereinen sich zu einer gigantischen Wolke und beginnen ein faszinierendes Ballett am rosa-hellblauen Abendhimmel …

… und mein Herz klopft. Schließlich bin ich Hobby-Ornithologin und beobachte seit Jahren fasziniert jede Meise, Amsel und Dompfaff. Dies hier ist aber ein ganz anderes Schauspiel als der Besuch an meinem Futterhaus: Stare aus Dänemark und dem Rest Skandinaviens sammeln sich im Herbst an der deutsch-dänischen Grenze, um sich genügend Reserven für ihren Flug in ihr Überwinterungsgebiet in England anzufuttern.

Mit dem Naturführer Hans Tonnesen treffe ich mich in auf einem Parkplatz nahe Tondern (Tønder auf Dänisch). Hans hat ein feines Gespür, wo die Stare heute Abend sein könnten. Wir hoffen, heute den Staren-Tanz, Schwarze Sonne genannt, beobachten zu können.

Wir sind nicht die Einzigen – das Marschgebiet in Sønderjylland ist für dieses Naturschauspiel bekannt. Am Rand einer schmalen Landstraße reihen sich an die 30 Autos und Reisebusse. Alle warten auf die Schwarze Sonne …
Das hier reichlich vorhandene, hohe Schilf ist der ideale Schlafplatz für die Stare. Sie klammern sich an die stabilen Halme – nur nicht zu weit unten (da kommt der Fuchs) und nicht zu weit oben (da sehen sie die Raubvögel). Immer wieder kommen kleinere Schwärme von 10.000-20.000 Vögeln. Treffen mehrere gleichzeitig ein, verbinden sie sich zu einem großen, zwitschernden Wolke. Nur tanzen mögen sie nicht. Kaum treffen die Schwärme ein, nähern sie sich dem Schilf und sind urplötzlich darin verschwunden.

„Ein Raubvogel wäre jetzt gut …“, meint Hans. Und tatsächlich, irgendetwas scheinen die Vögel wahrgenommen zu haben – die Schwarze Sonne beginnt ihren Tanz …
(Meine Aufnahmen werden dem wunderschönen Staren-Ballet nicht gerecht. Eine tolle Aufnahme findet ihr hier auf der Seite www.visitsonderjylland.de oder auf youtube)

sorgenfrei-unterwegs-Tipp: Für ein rundum gelungenes Schwarze-Sonne-Vergnügen empfehlen ich euch Ferngläser, eine Picknickdecke und kleine  Snacks mitzunehmen. Zieht euch außerdem warm an – auch wenn der Herbsttag freundlich und warm war, nach Sonnenuntergang wird es sehr frisch.

Was noch …

Ganz in der Nähe, in Rudbøl ist „Europas besonderste Grenze“. Mitten auf der Straße liegt ein Grenzstein, der zu einem Viertel Deutschland und zu Dreiviertel Dänemark beschreibt.

Dänisches Design

Ehrlich gesagt konnte ich nie so ganz den Hype um dänische Designer-Stühle verstehen. Ich habe sie für – nun ja – im besten Fall besonders gehalten, aber nie für bequem. Was habe ich mich getäuscht!

Der ehemalige Wasserturm in Tønder (Tondern) ist jetzt ein Museum mit wechselnden Ausstellungen. Permanent zu sehen (und zu sitzen) sind 37 Stühle des Möbelarchitekten Hans J. Wegner. Das Besondere: Man darf alle Stühle ausprobieren, viele davon sind sogar noch in Produktion.
Ich habe mich in ca. sieben Stühle spontan verliebt. Und bin jetzt ein echter Fan dänischer Designermöbel.

„God nat, Sove doft“. Gut schlafen kann man direkt gegenüber des Wasserturms im Hotel Tønderhus. Die öffentlichen Räume und Säle muten fast adelig an, die Zimmer sind schlicht, aber gemütlich (ab 109 Euro). Das Frühstück im Wintergarten ist sehr gut.

Ich danke ganz herzlich Lea Weber von Visit Denmark und Andrea C. Bayer von Destination Sønderjylland für die Einladung zu dieser Pressereise.

1 Kommentar
  1. Schöne Fotos, man bekommt viel von der Atmosphäre mit.

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