… mit Mentorin. Frau Hibbel zeigt mir ihre Welt

Darf ich vorstellen: Nadine alias Frau Hibbel. Sie hat ihren Namen von dem ganzen Hummeln im Hintern, die sie und mittlerweile auch ihre Familie immer wieder auf Reisen schicken. Wenn ich den Begriff Globetrotter höre, muss ich immer an Frau Hibbel denken. Sie war gefühlt schon fast überall auf der Welt – und nimmt ihre tausende Fans auf ihrem Blog Planet Hibbel mit. Ich habe Nadines 2017 auf der ITB kennen gelernt. Das war exakt an dem Tag, an dem sorgenfrei unterwegs online ging. Bei einem Abendessen habe ich Frau Hibbel dann ausgequetscht, wie sie ihren Blog so toll hinbekommt. Ihr ehrliche Antwort, die mir bis heute sehr präsent ist, war: „Das steckt ´ne Menge Arbeit drin.“ Hat sie Recht gehabt. Umso mehr freue ich mich, dass Nadine inzwischen hauptberuflich bloggt und so noch mehr Zeit in ihren Planeten Hibbel investieren  kann. Der strotzt nur so vor traumhaft schönen Bildern, praktischen Infos und – was ich an Frau Hibbel sehr schätze – Ehrlichkeit. Hier findet ihr kein Wischi-waschi-Regenbogen-alles-ist-super. Nadine bloggt auch über Alltags-Nervkram, Schreibblockaden und darüber, wenn ihr ein Ort mal nicht nicht nur super toll gefallen hat. Und über Umweltschutz und Nachhaltigkeit – denn ja, das kann man auch als reisende Familie praktizieren.

Denkt ihr auch gerade: Hm, super Frau, die möchte ich auch gerne näher kennen lernen? Bitte schön:

Bitte beschreibe dich und deinen Blog:

Mein Name ist Nadine, in der Welt des www auch bekannt als Frau Hibbel. Ich habe Hummeln im Hintern und brauche das Reisen wie die Luft zum Atmen. Vor meinen Kindern bin ich zwei Jahre lang analog um den Erdball gereist und meine Wanderlust ist auch nach der Geburt meiner beiden Söhne (6 und 11 Jahre) nicht weniger geworden. Die Zwei werden also mit dem Reisen groß und kennen es gar nicht anders, als mit ihren Eltern die Welt zu entdecken. Auf meinem Blog Planet Hibbel geht es also hautpsächlich um die großen und kleinen Trips mit meiner Familie.

Was hat dich dazu bewogen, vor 7 Jahren deinen Blog zu starten?

Meinen Familienreiseblog Planet Hibbel habe ich im Oktober 2011, 3 Monate nach der Geburt meines kleinen Sohnes, ins Leben gerufen. Da wir unsere Elternzeit mit Baby und Kindergartenkind zwei Monate in Thailand verbringen wollten, war der Blog anfangs nur als Infoquelle für Familie und Freunde gedacht. Da das Thema Elternzeit im Ausland aber so viele Leser angesprochen hat, wurde der Blog schnell zu einem Selbstläufer.

Bloggst du hauptberuflich?

Mittlerweile ja.

Welche Fehler haben dich letztendlich doch weiter gebracht?

Ich hatte immer wieder mal Phasen, in denen ich dachte, in eine bestimmte Schublade passen zu müssen. Also der Schublade der Reiseblogger oder gar Familienreiseblogger. Auf Dauer hat mich das aber selber angeödet, weil das Reisen ja nur eine Facette meines Lebens ist und es noch so viele andere Dinge gibt, die mich ebenfalls interessieren. Wie z.B. Umweltschutz und Nachhaltigkeit, Interior und Design oder clean eating. Mittlerweile habe ich keine Lust mehr mich auf ein ganz konkretes Thema festzulegen und schreibe einfach über das, was mich bewegt. Und ich glaube, dieser Mix macht es auch für meine Leser interessanter.

Wovon würdest du sagen, dass du es genau richtig gemacht hast?

Der Schritt in die freiberufliche Tätigkeit war auf jeden Fall richtig. Meine Kinder sind letztes Jahr in die Grundschule und aufs Gymnasium bekommen und benötigen meine Hilfe und Unterstützung gerade noch sehr. Da ist es nun mal einfacher, flexibel von Zuhause aus arbeiten zu können. Mal ganz davon abgesehen mache ich jetzt das, was ich am Meisten liebe und das empfinde ich meist als großes Glück.

Wann oder vielleicht auch womit kam dein Durchbruch?

Ganz ehrlich: ich weiß es nicht. Da mein Blog anfangs ja nur mein Reisetagebuch war und ich erst gar nicht auf die Idee gekommen bin, dass ich das ja auch beruflich machen könnte, habe ich nie auf einen Durchbruch hingearbeitet. Der kam irgendwann von ganz alleine und war ein schleichender Prozess. Aber natürlich gab es immer wieder Meilensteine, über die ich mich total gefreut habe. Meine erste große Kooperation, mein erstes verdientes Geld oder mein Interview auf Spiegel Online vor 2 Jahren.

Gibt es etwas, was du im Laufe der Zeit wieder aufgegeben hast?

In den Anfängen von Planet Hibbel gab es tatsächlich auch mal ein Kuchenrezept oder DIY. Das lag daran, dass ich zuvor einen Mama-Blog hatte, um den es hauptsächlich um solche Dinge ging. Fakt ist jedoch, dass mir die typischen Mama-Themen nicht sonderlich liegen. Ich bin ein Bastel- und Handarbeits-Honk und kann nicht mal ein Geschenk hübsch verpacken, koche nur leidlich und meine drei Männer haben auch nur wenig Interesse an Deko und Styling. Ich könnte die Wohnung komplett umstellen oder ein stylisches 3 Gänge-Menü auf den Tisch zaubern – sie würden es glatt übersehen ;). Als Frau und Mutter finde ich diese Themen zwar auch interessant, überlasse Kreatives aber besser Anderen. Daher bleibe ich mittlerweile bei den Themen, die ich am Besten kann: Reisen und „Alltagskram“, der mir im Kopf herumspukt.

Wie oft veröffentlichst du Beiträge, auf deinem Blog und Social Media?

Manchmal schreibe ich 2 Beiträge die Woche, manchmal aber auch nur alle 2 Wochen einen. Ich mache mir da nicht mehr so einen Stress, denn ich habe viele gut gegoogelte Posts auf meinem Blog. Ich kann also auch einfach mal pausieren, ohne das alles zusammenbricht. Die Arbeit hinter den Blogkulissen liegt jedoch niemals brach und ist sehr zeitintensiv. Ich bin Bloggerin, Fotografin, Social Media Managerin, Stylistin, Projektmanagerin, Sekretärin, Buchhalterin und Marketing Managerin gleichzeitig. Das muß man erstmal alles unter einen Hut bekommen. Facebook mache ich nur, weil es irgendwie dazu gehört und mit Twitter werde ich auch nicht wirklich warm. Nur Instagram und Stories pflege ich täglich, weil es mir auch persönlich Freude bereitet. Auch wenn die ganzen Algorithmen und Follow/ Unfollow-Spielchen, einem mitunter den Spaß etwas verderben können.

Seit wann fühlst du dich selbst als erfolgreiche Bloggerin?

Tue ich das? Gute Frage! Ich glaube das ist sehr tagesabhängig. An manchen Tagen fluppt es und man bekommt tolle Kooperationsangebote. Dann fühle ich mich erfolgreich. Es gibt aber auch Zeiten, wo so gar nichts Recht klappen will. Dann fühle ich mich sicher nicht besonders bedeutend.

Seit wann verdienst du Geld mit deinem Blog?

Ich hätte wahrscheinlich schon vor 6 Jahren Geld damit verdienen können, tue es aber erst seit ca. 2 Jahren. Da ich die ganze Zeit einen Job in Festanstellung hatte, lag darauf einfach nicht mein Fokus.

Wie vernetzt du dich?

Hauptsächlich über Facebook und Instagram. Die geballte Ladung Reiseblogger trifft man einmal im Jahr auf der ITB in Berlin. Aber auch auf vielen kleinen Events oder Pressereisen, trifft man sich immer mal wieder. Mit ein paar Bloggern bin ich befreundet und wir treffen uns auch privat. Da tauscht man sich natürlich auch mal, wie unter Kollegen, aus. Ansonsten bin ich nur in ganz wenigen Gruppen und halte mich da auch lieber zurück. Zuviel Social Media stresst mich einfach. Die Zeit verbringe ich lieber mit meiner Familie.

Welche anderen Social Kanäle nutzt du?

Nur das Übliche: Instagram, Facebook und Twitter.

Hältst du einen Newsletter für dringend notwendig?

Ich habe keinen und konnte bisher auch ohne ganz gut leben. Ich glaube noch eine Baustelle mehr, würde mich einfach überfordern.

Womit fotografierst du am liebsten?

Immer dabei habe ich mein Samsung Galaxy S7 Edge. Die Kamera reicht für den Alltag. Auf Reisen nutze ich jedoch immer meine Systemkamera Fuji X-T20.

Welchen Rat würdest du Neu-Bloggerinnen auf den Weg geben?

Ich bin ganz ehrlich…… es gibt Blogs wie Sand am Meer und sich in irgendeiner Form noch von der Masse abzusetzen, ist verdammt schwer. Ich war früher eine leidenschaftliche Blog-Leserin, mittlerweile lese ich nur noch eine Handvoll. Alles wiederholt sich und wurde schon 77.000 mal durchgekaut. Der Markt ist vollkommen übersättigt. Aber das ist vielleicht auch nur mein persönliches Empfinden. Wenn ich einer Neu-Bloggerin jedoch einen Tipp mit auf den Weg geben würde, dann der: Finde Deinen eigenen Stil, bleib Dir selber treu und schaue nicht zuviel nach rechts und links.

Vielen lieben Dank, Nadine.
Hier kommt noch mal der Link direkt auf den Planeten Hibbel.

7 Kommentar
  1. Ein tolles Interview, danke dafür! Ich kannte Frau Hibbel bisher gar nicht, was wohl daran liegen muss, dass ich doch etwas tief in der Buchblogger-Blase stecke. Das muss sich sofort ändern, so eine sympathische und beeindruckende Person wie Nadine ist! Liebe Grüsse, Eliane

    1. Danke Eliane. Und ja, schau unbedingt mal auf Planet Hibbel vorbei – es lohnt sich wirklich. Liebe Grüße!

  2. Ich komme auch nicht mehr so oft zum Lesen der vielen Blogs, aber bei Nadine schaue ich regelmäßig vorbei, ich mag ihren Schreibstil und ihre Themen. Tolles Interview. 🙂
    Liebe Grüße, Ines

    1. Danke liebe Ines!

  3. Wow, so ein tolles Interview! Frau Hibbel spricht mir aus der Seele. Den Blog werde ich mir auf jeden Fall auch anschauen.
    Danke für den schönen Artikel1
    Herzliche Grüße
    Claudia

    1. Liebe Claudia, es freut mich sehr, dass der Artikel dir so gut gefallen hat. Viel Spaß bei deiner Reise auf den Planeten Hibbel!

  4. […] Thema Bloggen geben. Trotzdem hat es mich wirklich megamäßig gefreut, was meine Namensvetterin Nadine von sorgenfrei-unterwegs in diesem Interview für nette Worte über mich und meinen Blog gefunden hat. Ich bin etwas sprachlos und fühle mich […]

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