… als Hochstablerin. Meine besten blitzschnell-Ordnung-Tipps

Ich will ganz ehrlich sein: Das Haus blitz-schnell richtig ordentlich zu machen, ist übertrieben. Aber dass es wie aufgeräumt aussieht, das bekommt ihr locker hin. Das ist ein bisschen wie die Creme, die einem jugendlich-wirkende Haut versprechen. Denn mal ernsthaft, in Echt wieder jugendlich geht ja ohne Zeitreise nicht. Aber wir wollen keine Zeit verlieren, denn ihr möchtet ja eure Wohnung blitzschnell vorzeigbar machen.

1. Der Eingang

Wichtig für den ersten ordentlichen Eindruck: Alle Jacken und Schneehosen aufhängen, Schuhe, Handschuhe, Schal und Mützen in´s Regal (noch besser: in Schubladen) und einmal grob saugen – das macht schon viel aus. Profis stellen haben Raumduft und eine große Blume im Flur (mehr dazu unter Punkt 4 und 6).

Das sieht man bei uns, wenn man zur Haustür reinkommt. Die Orchidee ist übrigens nicht echt, kann also nicht welken. Ich hoffe immer, dass der Besuch eher in den Spiegel schaut, als auf unsere schlammverkrusteten Gummistiefel.

2. Das große Ganze

Scannt den Raum, in dem ihr mit euren Gästen sein werdet, also meist Küche, Ess- oder Wohnzimmer. In einem Wäschekorb herumliegendes Spielzeug und Klamotten sammeln, den Korb anschließend im HWR verstecken. In der Küche schmutzige Teller und Tassen in den Geschirrspüler räumen. Falls der voll ist, einmal Dreck abkratzen und ordentlich übereinander (siehe Punkt 3) im Spülbecken versenken.

3. Hochstapeln

Mein sorgenfrei-speziel-Tipp für Wohnzimmer, Büro, Schlafzimmer, ach, eigentlich überall: Herumliegende Zeitschriften, Zettel, Bilder, Papiere, Klamotten, Bücher etc fein säuberlich übereinander stapeln. So entsteht auf einem halbvoll gemüllten Tisch ruck-zuck Platz und Ordnung. Profis stapeln auf Din A4-Endmaß, obenauf kommt natürlich das Dekorativste und Intellektuellste, was der Stapel her gibt (Playboy nach unten – kleiner Scherz!). Super-Spitzen-Profis legen diesen ganzen Stapel dann auf die Sitzfläche eines Stuhls und schieben den ordentlich an den Tisch. Schwups, ist nix mehr zu sehen.

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4. Alle Sinne kitzeln

Man sieht ja nicht nur, man hört, riecht und fühlt auch. Wer auf einem Sofa mit einem kuscheligen Kissen sitzt, wird nicht auf die Staubflocken unter dem Sofa achten. Wenn man einen Raum betritt und es duftet gut, fühlt man sich gleich viel wohler, oft, ohne bewusst sagen zu können, woran das liegt. Ich mag gerne dezente Duftkerzen, am besten mit natürlichen Aromen (künstliche machen mir Kopfweh). Auch gut ist schöne, leise Musik im Hintergrund.

5. Raffiniertes Licht

Ein Hoch auf indirekte Beleuchtung! Das war eine meiner Prioritäten, als wir unser Haus eingerichtet haben. Dimmschalter machen es möglich, unser Esszimmer so behaglich zu beleuchten, dass man weder Staub noch Spinnweben erkennen kann. Dazu geben Kerzen ein wunderbares Licht, auf das jeder viel lieber schaut, als auf unordentliche Ecken. Wer keine Dimmschalter hat, kann vielleicht eine Stehlampe in der Ecke anknipsen, statt das volle Lux aus der Deckenbeleuchtung anzuschalten.

6. Ablenken

Ein Blumenstrauß auf dem Tisch oder ein nettes Kerzen-Arrangement zieht alle Blicke auf sich und weg vom Dreck. Ich bin zwar nicht so die Deko-Liebhaberin, aber einen Teller mit Kerzen, Steinen und Muscheln habe ich als Eyecatcher auf dem Esstisch. Und Blumen gehen natürlich immer (am besten, der Gast bringt sie gleich selbst mit).

7. Platzkarten

Ok, die braucht man vielleicht nicht unbedingt, aber ihr solltet euren Besuch geschickt auf den richtigen Stuhl setzen. Meine Gäste platziere ich am Tisch immer gegenüber unseres großen Gemäldes. Deren Blick fällt dann auf DIE 3 qm unseres Hauses, die meist ordentlich sind. Im Rücken vom Besuch steht dann der Wäscheständer, liegt das Spielzeug, sind die klebrigen Fingerabdrücke an der Wand etc. Sehen meine lieben Gäste aber alles nicht, sondern nur das wunderschöne Bild (das übrigens meine Freundin Katharina gemalt hat. Ich liiiiiebe es nach einem Jahr noch wie am ersten Tag. Katharina setze ich auch immer an diesen Platz).

8. Ein schönes Bad in 2:26 Min

Manchmal müssen Gäste ja auch ins Bad, also los: Sprühflasche mit Essigwasser immer im Badezimmer-Schrank bereit stehen haben, Spiegel und Waschbecken einsprühen. Klamotten und Spielzeug aufsammeln. Jetzt Spiegel und Waschbecken mit dem Handtuch, was bereits im Bad hängt, abwischen. Mit genau diesem leicht-feuchten Handtuch außen über die Toilette gehen. Frisches Handtuch aufhängen, kleines Teelicht  (siehe Punkt 5 und 6) ans Waschbecken stellen und fertig. Waren das überhaupt 2:26 Min?

Alle, die mich schon länger kennen, lachen sich wahrscheinlich schlapp, dass ausgerechten ich Ratschläge über Ordnung und Sauberkeit gebe. Ich mag nämlich Aufräumen und Putzen so gar nicht. Einigermaßen ordentlich möchte ich es trotzdem haben. Und mit den paar Tricks wirke ich zumindest in etwa wie eine souveräne Gastgeberin, die ihr Haus und Leben voll im Griff hat 😉 Habt ihr noch gute Tipps für mich? Ich bin für jeden einzelnen wirklich sehr, sehr dankbar!

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